Das Ohr von A bis Z

A Audiometrie
B Binaurale Hörsystemversorgung
C Cochlear Implantat
D Dezibel
E Eigenanteilsfrei
F Features in Hörgeräten
G Gehörlos
H Hörsysteme
I individuelle Otoplastiken
J
K Kommunikation
L Lärm
M Morbus Meniére
N nahezu unsichtbar
O Ohr
P Pflege und Handhabung von Hörgeräten
Q Qualitätsmanagement
R Rückkopplungen
S Schwerhörigkeit
T Tinnitus
U
V Vibrant Soundbridge
W Wasserdicht
X
Y
Z Zusatzgeräte

Audiometrie:

Ist ein Verfahren bei dem die Eigenschaften und Parameter des Gehörs vermessen werden, zur Ermittlung von Erkrankungen der Hörorgane.
Es gibt subjektive und objektive audiometrische Messverfahren.

Subjektiv:

  • sie bedürfen der Mithilfe der zu untersuchenden Person
  • z.B. Ton – und Sprachaudiometrie, überschwellige Tests, Stimmgabelprüfungen

 

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Beispiel für Ton – und Sprachaudiometrie  

Objektiv:

  • sie kommen ohne Mithilfe der zu untersuchenden Person aus
  • z.B. Impedanzmessung, OAE (Otoakustische Emissionen) Messung, Elektrische Reaktionaudiometrie (Bera, Era)

Beispiel für Bera (brainstem evoked response audiometry)
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Binaurale Hörgeräteversorgung:

Eine binaurale (beidohrige) Hörgeräteversorgung ist notwendig, wenn beide Ohren schwerhörig sind. Der Vorteil gegenüber einer monauralen (einohrige) Versorgung ist, dass sich das Richtungshören und das Verstehen von Sprache in geräuschvoller Umgebung verbessert.

Cochlea Implantat:

Gehörlose und resthörige Kinder und Erwachsene haben die Möglichkeit ein Cochlea Implantat ( CI ) zu bekommen, wenn das Innenohr (Cochlea) nicht oder nicht mehr funktioniert. Wichtig ist aber, dass der Hörnerv und die zentrale Hörverarbeitung intakt sind.
Der Hörnerv wird durch eine in die Cochlea eingebrachte Elektrode elektrisch stimuliert und die Reizweiterleitung über den Hörnerven zum auditorischen Zentrum (hier findet das eigentliche Hören statt) garantiert.

Dezibel ( dB ):

Schalldruckpegel, auch einfach Schallpegel genannt.
Bei der Audiometrie ( Hörmessung ) wird in dB gemessen.

Eigenanteilsfrei:

Wenn der Hals-Nasen-Ohrenarzt eine Schwerhörigkeit feststellt, verordnet er  ein Hörgerät. Mit dieser Verordnung geht man zu einem Hörgeräteakustiker. Die Krankenkassen tragen die Kosten für Hörgeräte in Höhe der jeweiligen Vertragspreise. Je nach Krankenkasse sind Zuschüsse zwischen 360,- € und 420,- € je Gerät zu erwarten. Es gibt durchaus moderne Hörgeräte, die zum geltenden Festbetrag abgegeben werden können. Bis auf die gesetzliche Zuzahlung (10,-€ pro Ohr ) entstehen für das Hörgerät keine Kosten. Wer von der gesetzlichen Zuzahlung befreit ist, bezahlt bis auf die Hörgerätebatterien nichts dazu.

Bei privat Versicherten hängt die Kostenübernahme von dem jeweiligen Versicherungstarif ab.

Features in Hörgeräten:

Hörgeräte gibt es in verschiedenen Leistungsklassen mit den entsprechenden Merkmalen (verschiedene Anzahl von Kanälen, Multimikrofontechnologie, Störschallreduzierung, Frequenzverschiebung, Windgeräuschunterdrückung, Impulsgeräuschunterdrückung, Rückkopplungsmanagment, Spracherkennung…..)

Gehörlos:

Gehörlosigkeit bedeutet das vollständige oder weitgehende Fehlen des Gehörs.

Hörsysteme:

Die Bezeichnung verschiedener Hörgerätetypen richtet sich danach, wie die Geräte getragen werden. Entsprechend Ihrer Bedürfnisse, Ihres Hörverlusts und Ihres Lebensstils kann Ihnen Ihr Hörgeräteakustiker sagen, welche Art von Hörgerät am besten für Sie geeignet ist:

  • inter-dem-Ohr-Gerätesind Hörgeräte, die hinter dem Ohr getragen werden
  • Im-Ohr-Geräte Hörgeräte, die im Ohr getragen werden
  • CROS / BICROS Die Abkürzung CROS steht für contralateral routing of signals und bedeutet überleitung der Signale auf die gegenüberliegende Seite.

CROS-Geräte können von Menschen benutzt werden, die nur mit einem Ohr hören können. Sie nehmen den Schall auf der schlechter hörenden Seite auf und leiten ihn zum gut hörenden Ohr. BICROS – Geräte sind sehr ähnlich. Sie eignen sich dann, wenn auch das bessere Ohr einen Hörverlust hat.
Jedes CROS/BICROS – System hat 2 Teile, einen für jedes Ohr. Diese sind gewöhnlich vergleichbar mit der Hinter-dem-Ohr-Bauform, aber auch Modelle mit Im-Ohr-Bauformen sind erhältlich.

  • Hörbrillen- beide Bügel eines Brillengestells werden mit Hörgeräten ausgestattet
  • nahezu unsichtbare Geräte ( invisible ) Im-Ohr-Geräte, die ganz tief im Gehörgang sitzen
  • Knochenleitungshörgeräte sind spezielle Hörgeräte, die den Schall mittels Vibrationen direkt zum Innenohr übertragen. Die Geräte werden auf     den Schädelknochen hinter dem Ohr aufgesetzt oder knochenverankert im Schädelknochen befestigt.
  • Taschenhörgeräte- sind Hörgeräte, die am Körper getragen werden

Individuelle Otoplastiken ( Ohrpassstück ):

Ist das Verbindungsstück zwischen Hörgerät und Ohr, insbesondere zum Gehörgang.
Hierfür nimmt der Hörgeräteakustiker einen Ohrabdruck und fertigt danach das Ohrpassstück, was perfekt passt, den Kundenwünschen entspricht, einen sicheren Halt der Hörgeräte am Ohr gewährleistet und dabei den nötigen Tragekomfort bietet. Die Otoplastiken gibt es in verschiedenen Materialien und Formen ( von der Stöpselform bis hin zur Schmuckotoplastik ).

Kommunikation:

Das ist der Austausch bzw. die übertragung von Informationen. Wenn man schwerhörig ist, ist die Kommunikation etwas schwieriger. Dinge werden falsch oder nicht verstanden und man isoliert sich immer mehr, da man in Gesellschaft, im Theater oder bei Vorträgen immer weniger versteht. Mit Hörgeräten kann man wieder am Leben teilhaben und dabei sein.

Lärm/Lärmschwerhörigkeit:

Gerade Personen, welche beruflich einem hohen Geräuschpegel ausgesetzt sind, laufen Gefahr, eine Lärmschwerhörigkeit zu entwickeln. Dabei sterben die feinen Haarzellen im Innenohr nach und nach ab, sodass sich die Hörfähigkeit immer weiter reduziert. Die Aufgabe der Haarzellen ist es, im Innenohr Schallwellen in elektrische Signale umzuwandeln und diese Informationen an das Gehirn weiterzuleiten. Die Haarzellen können sich nicht wieder regenerieren, sodass der entstandene Schaden bei einer Lärmschwerhörigkeit nicht wieder rückgängig gemacht werden kann.

Morbus Meniére (Meniérische Krankheit):

Die Meniérsche Krankheit weist eine Schallempfindungsschwerhörigkeit auf.
Sie ist außerdem durch akute Anfälle mit starkem Schwindel, übelkeit und Erbrechen charakterisiert, verbunden mit Tinnitus in einem Ohr und Druckgefühl. Den Krankheitszeichen liegen Funktionsstörungen des Innenohres zu Grunde, wie der französische Ohrenarzt Prosper Menière bereits 1861 herausfand.

Nahezu unsichtbar:

Mittlerweile gibt es von verschiedenen Hörgeräteherstellern Im-Ohr-Geräte, die nahezu unsichtbar sind, da sie ganz tief im Gehörgang verschwinden und von dem Kunden jederzeit herausgenommen und wieder eingesetzt werden können.

Ohr:

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Mit der Ohrmuschel wird der Schall aufgenommen und weiter durch den Gehörgang zum Trommelfell geleitet. Dieses fängt an zu vibrieren und setzt somit die Gehörknöchelchenkette in Schwingungen, welche dort verstärkt werden und die Gehörknöchelchen übertragen dieses auf die mit Flüssigkeit gefüllte Hörschnecke, in der sich auch die Haarzellen befinden. Die eintreffenden Schallwellen versetzen die Flüssigkeit in Bewegung, was wiederum eine Scherbewegung der Haarzellen bewirkt. Diese Bewegung wird von dem Hörnerven als elektrischer Impuls weiter in das Gehirn geleitet und dort interpretiert und verarbeitet.

Pflege und Handhabung von Hörgeräten:

Um möglichst lange Freude an seinen Hörgeräten zu haben, sollten sie regelmäßig gereinigt und gepflegt werden. Hierfür hat der Hörgeräteakustiker spezielle Reinigungs- und Pflegeprodukte. Außerdem sind regelmäßige Kontrollen ratsam, die bei dem Akustiker durchgeführt werden.

Qualitätsmanagement:

Die Einführung eines internen Qualitätsmanagementsystems ist seit dem 01.01.2004 Pflicht. Vor allem dient es zur Zufriedenheit der Kunden. Die objektiv und subjektiv empfundene Kundenzufriedenheit wird permanent durch den direkten und intensiven Kundenkontakt beobachtet und überprüft, um so eine zeitnahe Reaktion auf die aktuellen Kundenbedürfnisse zu gewährleisten. Andererseits werden alle Abläufe innerhalb des Geschäftes so dokumentiert, damit mit diesen Regeln gute Qualität erreicht werden kann.

Rückkopplung bei Hörgeräten:

Bei einer Rückkopplung wird ein Teil der Ausgangsenergie des Hörgerätes auf den Eingang zurückgeführt, was sich durch einen akustischen Pfeifton äußert. Die Ursachen für eine Rückkopplung sind vielfältig. Sie kann durch Ohrenschmalz ( Cerumen ), ein schlecht sitzendes Ohrpassstück, einen Riss im Schallschlauch oder durch ein zu laut aufgedrehtes Hörgerät hervorgerufen werden.

Schwerhörigkeit:

Hörstörungen können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Grob lassen sie sich in 3 Bereiche einteilen, die auch kombiniert auftreten können:

  • die Schallleitungsschwerhörigkeit:

Bei diesen Hörstörungen gelangen Schallwellen vermindert oder überhaupt nicht mehr ins Innenohr. Die Ursachen sind vielfältig  z.B. Ohrenschmalz oder Fremdkörper verstopfen den Gehörgang. Diese Hörschäden können oft durch ambulante Behandlung beseitigt werden.

  • die Schallempfindungsschwerhörigkeit:

Die Ursachen sind krankhafte Veränderungen des Innenohres oder Hörnervs. Im Innenohr können die feinen Haarzellen geschädigt sein, die den Schall verstärken und in elektrische Signale umwandeln. Mögliche Ursachen können z.B. ein Hörsturz, die Meniérsche Krankheit, Lärmschaden, Schädelverletzungen, Altersschwerhörigkeit und Fehlbildungen des Innenohres sein. Bei diesen Hörstörungen geben das Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette die Schallwellen zwar richtig weiter, doch werden die Signale nicht korrekt weitergeleitet und verarbeitet.
Diese Form der Schwerhörigkeit lässt sich in der Regel durch Hörgeräte kompensieren. Entscheidend für den Erfolg ist die Auswahl des richtigen Gerätes. Es muss an die Hörprobleme und Bedürfnisse des Trägers angepasst werden.

  • die Schallwahrnehmungsschwerhörigkeit:

Bei dieser Art der Hörstörung treten die Hörprobleme erst im Gehirn auf. Dort werden eintreffende Hörsignale normalerweise identifiziert und bekommen eine Bedeutung. Bei einer Schallwahrnehmungsschwerhörigkeit leitet der Hörnerv die Signale zwar richtig weiter, das Gehirn leitet sie aber fehl oder verarbeitet sie falsch weiter. Die Folge: Der Betroffene hört zwar die Töne, kann aber nichts mit ihnen anfangen.

Tinnitus (Ohrgeräusch):

Der Begriff „Tinnitus aurium „ (lat. „ das Klingeln der Ohren „) bezeichnet ein Symptom, bei dem der Betroffene Geräusche wahrnimmt, die keine äußere, für andere Personen wahrnehmbare Quelle besitzen. Im Gegensatz dazu beruht der „ objektive Tinnitus „ auf einer von außen wahrnehmbaren oder zumindest messbaren körpereigenen Schallquelle. Der objektive Tinnitus ist allerdings im Vergleich zum subjektiven Tinnitus sehr selten.
Die Ursachen für einen Tinnitus sind vielfältig: häufig entsteht ein Tinnitus bei einem Hörsturz oder infolge eines Knalltraumas oder gelegentlich als Nebenwirkung von Medikamenten. Um die Ursache zu klären, sollte in jedem Fall der Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Das Ohrgeräusch kann aber auch ohne erkennbaren Grund auftreten, häufig als Begleiterscheinung von Stresssituationen oder in psychisch belastenden Phasen.
Nach dem Zeitraum der Wahrnehmung eines Tinnitus werden in der Regel 2 Phasen unterschieden:

  • akuter Tinnitus ( bis 3 Monate )
  • chronischer Tinnitus ( über 3 Monate )

Vibrant Soundbridge:

Das VibrantSoundbridge ist ein Mittelohr-Implantsystem. Es besteht aus 2 Komponenten:
der externen Komponente (extern getragener Prozessor) und der implantierten Komponente (Implantat). Der Schall wird von dem Prozessor aufgenommen und die Information durch die Haut an das Implantat gesendet.
Im Mittelohr wird ein kleiner elektromagnetischer Wandler an den Gehörknöchelchen befestigt. Dieser Wandler ist über einen Golddraht mit einer Empfangsspule, die hinter dem Ohr unter der Haut liegt, verbunden. Der Prozessor wird mit einem Elektromagneten über der Empfangsspule auf der Haut fixiert und beinhaltet ein Mikrofon, einen Hörgeräte-Chip, sowie neben dem Befestigungsmagneten auch eine Batterie.

Wasserdicht:

Um den Alltag und die Freizeit unbeschwert genießen zu können, gibt es Hörgeräte der neuesten Generation, die speziell dafür entwickelt wurden. Diese Hörgeräte werden vor dem Eindringen von Wasser, Schweiß, Feuchtigkeit und Schmutz geschützt.

Zusatzgeräte:

Um eine Hörgeräteversorgung zu optimieren bzw. komplettieren oder den Alltag zu erleichtern, gibt es entsprechende Zusatzgeräte. Um nur einige zu nennen:
der Kinnbügelhörer fürs Fernsehen, Wecker mit Lichtblitz und Vibrationskissen, Lichtsignalanlage für Türklingel und Telefon, moderne Klapphandys mit lauter Hörerlautstärke, Schwerhörigentelefone etc..